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Pflanzen-Allerlei | Bäume

Berg-Ahorn

... botanisch: Acer pseudoplatanus | Agavengewächse (Agavaceae)

Laubgehölz (Baum oder Strauch)laubabwerfendabsolut winterhart sonnig - schattig  Blütenfarbe: Berg-Ahorn blüht gelb IV-VI   Höhe: 25-35m
 
Berg-Ahorn (bot. Acer pseudoplatanus) in unserem Garten ... im Juli 2018
Berg-Ahorn (bot. Acer pseudoplatanus)
in unserem Garten ... im Juli 2018

In unserem Garten steht seit vielen Jahren ein mächtig großer, durchaus schön gewachsener Berg-Ahorn, dessen Stamm sich ab einer Höhe von 1,50 Meter in vier dicke Äste aufteilt, die gleichmäßig Richtung Himmel streben.

Der Stamm des Berg-Ahorn wird von einem wuchtigen Rhododendron umspielt.

Bis vor ein paar Jahren haben wir regelmäßig jedes Jahr auf's Neue überlegt, ob wir den Berg-Ahorn einmal radikal auf ein Kopfbaum-Format zurückschneiden sollten, ihn komplett fällen oder lustig weiterwachsen lassen. Der Berg-Ahorn macht sich nämlich derart breit, dass er einen sehr großen Teil unseres Gartens eher ungewollt beschattet und darüber hinaus inzwischen sämtliche Bäume um ihn herum gewaltig abdrängt ... als da wären ein Urweltmammutbaum, eine Weymouth-Kiefer, eine wunderschön gewachsene Schwarzkiefer und ein Walnussbaum.

Ich selbst hätte diesen Berg-Ahorn mit Sicherheit nie in meinen Garten gepflanzt, aber er war halt schon da als wir das Grundstück im Jahre 2005 übernommen haben. Auf einem Berg oder in einem weitläufigen Park sieht der Baum auch bestimmt ganz toll aus, aber auf unserem knapp 1.000 m² großen Grundstück nimmt er eigentlich deutlich zu viel Platz ein. Mit seinen mittlerweile knapp 15 Metern Höhe ist er sogar noch relativ klein für seine Art, denn ein Berg-Ahorn kann nach meinen Recherchen locker 30-35 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Sein Stamm kann dabei auf einen Durchmesser von bis zu 3,5 Metern heranwachsen und in den 13 Jahren, in denen wir ihm jetzt schon beim Wachsen zuschauen, ist seine Krone gewaltig in alle Richtungen explodiert.

Neben der enormen Größe des Berg-Ahorns bin ich nicht so begeistert von den vielen 1.567 Sämlingen, die jedes Jahr im weitläufigen Umfeld überall aus dem Boden sprießen und bereits nach kürzester Zeit so fest verwurzelt sind, dass es extremer Mühen bedarf, sie mit aller Gewalt dem Boden zu entreißen. Der Berg-Ahorn ist wahrhaftig sehr vermehrungsfreudig!

Ich weiß noch, dass mein Schwiegervater mir im ersten Jahr, in dem wir hier wohnten, den wirklich guten Tipp gegeben hat, die kleinen Mini-Pflanzen umgehend auszurupfen. Bedauerlicherweise bin ich diesem Ratschlag nicht sofort nachgekommen, da es mir doch ein wenig arbeitsintensiv erschien, besagte 1.567 kleine Ahorn-Pflanzen zu rupfen und ich nicht wirklich geglaubt habe, dass die alle so rasch wachsen würden. Nun ... DAS war nicht besonders schlau von mir ;-) Umso mehr Arbeit hatte ich im Laufe des Jahres. Seither rupfe ich rechtzeitig alle jungen Ahörner aus dem Boden.

Flügel-Früchte des Berg-Ahorns
Flügel-Früchte des Berg-Ahorns

Ein weiteres Übel ist der abwechselnde, regelmäßige Befall mit Ahornzierläusen (klebrige Angelegenheit), Ahornrunzelschorf (schwarze, hässliche Teerflecken auf den Blättern) oder Ahorngallmilben (rote Pocken auf den Blättern) - in manchen Jahren alles gleichzeitig. Ich habe noch kein Jahr erlebt, in dem ich mich über ein durchgehend schönes Blattwerk freuen konnte.

In den letzten 2-3 Jahren hat sich unser Ahorn jedoch erfreulicherweise in dieser Beziehung recht gut benommen. Vielleicht liegt es daran, dass wir alle gerade noch vom Boden aus erreichbaren Äste im unteren Bereich des Baumes radikal gekappt haben und die Läuse und Milben den höheren Weg nach oben nun zu mühsam finden?


Nicht zu unterschätzen ist die Menge an Laub, die im Herbst über Wochen hinweg immer wieder unseren Rasen und die Wege drumherum luftdicht bedeckt und deswegen regelmäßig alle paar Tage mit einem Rechen* zusammengeharkt werden muss.

Die Blätter verrotten allerdings zu wertvollem Humus, so dass man sie prima unter Sträuchern und auf freien Flächen als Mulchdecke verstreuen kann.

Warum haben wir den Berg-Ahorn nicht längst gefällt, mag sich der ein oder andere nun vielleicht gerade fragen?

Tja, jedes Mal, wenn der Gedanke uns umtreibt, den Ahorn zugunsten der umliegenden Bäume zu fällen, ist es als würde er uns mit einem klimpernden Augenaufschlag anschauen und mit seiner charmantesten Stimme zu uns sprechen: "Schaut mich an, ich bin doch ein ganz toller Baum, Ihr könnt mich doch nicht einfach fällen. Ich spende Euch Schatten, ich reinige die Luft für Euch, ich erfreue Euer Auge mit meinen vielen grünen Blättern und verströme jede Menge frische Waldluft." Und dann kapitulieren wir jedes Mal und antworten: "Ja, du hast ja Recht. Wir mögen dich ja trotz all deiner Eigenarten und wir würden dich sicherlich schrecklich vermissen, wenn wir dich einfach fällen."


Was die Lichtverhältnisse angeht, hat der Berg-Ahorn keine besonderen Vorlieben. Seine Sämlinge wachsen in meinem Garten sowohl im tiefsten Schatten als auch in der prallen Sonne gerne und rasch zu starken Bäumchen heran.

Lediglich an den Boden stellt er ein paar Bedingungen. Der Berg-Ahorn mag einen tiefgründigen, nährstoffreichen und humushaltigen Lehmboden.

Die unauffälligen, gelben Blüten des Berg-Ahorn gelten als hervorragende Bienenweide. Und mittlerweile haben auch die Vögelchen in unserem Garten den Berg-Ahorn für sich entdeckt.

Der Stamm und die Äste des Berg-Ahorn sind übrigens oft von Flechten und Moosen überzogen. Das ist laut meinen Recherchen in verschiedenen Baumbüchern völlig normal und kein Zeichen für eine Krankheit. Im Gegenteil, Flechten und Moos sind ein Zeichen dafür, dass die Luft gesund ist.

Das Holz des Berg-Ahorn ist ausgesprochen wertvoll und begehrt. Man nutzt es gerne für die Herstellung von Musikinstrumenten (speziell Geigen), Furnieren, Drechselarbeiten, Tischplatten, Parkett, Schuhleisten, ...

Auch als Brennholz eignet sich das Holz des Berg-Ahorn hervorragend. Es brennt mit einer sehr schönen Flamme, spritzt nicht und eignet sich somit auch besonders gut für offene Kamine.

Es gibt also durchaus jede Menge gute Gründe, um einen Bergahorn* zu pflanzen, wenn genügend Platz vorhanden ist.





Bücher-Quellen & Weiterführende Literatur



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Berg-Ahorn - Legende (Symbol-Erklärungen / Standortansprüche):

sonnig - schattiggedeiht im Schatten genauso gut wie in der Sonne
Berg-Ahornblüht gelb blüht gelb von April bis Juni
erreicht eine Wuchshöhe von 25 bis 35 Meter
Laubgehölz (Baum oder Strauch)Laubgehölz (Baum oder Strauch)
laubabwerfendlaubabwerfend
absolut winterhartabsolut winterhart


Tonia Tünnissen-Hendricks
Tonia Tünnissen-Hendricks
Autorin von botanio.de

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