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Pflege-Tipps für den Hobby-Gärtner » Pflanzenvermehrung & Anbau

Pflanztöpfe aus Zeitungspapier

Pflanztöpfe aus Zeitungspapier
Pflanztöpfe aus Zeitungspapier

Pflanztöpfe für die Aussaat von Gemüse, Kräutern oder Blumen kannst du prima aus altem Zeitungspapier selber basteln. Auf diese Weise sparst du nicht nur Geld, sondern du kannst einen Teil der vielen kostenlosen Sonntagsblättchen, Mittwochsblättchen oder Tageszeitungen prima direkt selbst recyclen. Das Herstellen der Pflanztöpfe macht darüber hinaus viel Spaß und eignet sich als wunderbare Beschäftigung für verregnete Tage oder für die kalte Winterzeit.

Der große Vorteil der Zeitungspapiertöpfchen gegenüber Pflanztöpfchen aus Kunststoff liegt darin begründet, dass du die jungen Pflanzen später einfach mitsamt dem Papiertöpfchen in die Gartenerde einpflanzen kannst. Das Material schützt die jungen Wurzeln zunächst vor Fressfeinden, verrottet im Laufe der Zeit und ist gleichzeitig auch noch gesund für den Gartenboden.

Um Zeitungspapier in die Form von Pflanztöpfen zu bringen gibt es im Gartenhandel spezielle Holzpressen, die praktisch und gleichzeitig nett anzusehen sind.

Bekannt sind diese aus England stammenden Papiertopfpressen übrigens unter dem englischen Namen Paper Potter. Es gibt sie zudem in verschiedenen Größen für kleinere oder größere Papiertöpfe.

Ich hatte mir jedoch seinerzeit in den Kopf gesetzt, völlig kostenlos Pflanztöpfe für meine Sämlinge herzustellen - also passte das wirklich schöne Hilfsgerät gerade nicht so richtig in mein Konzept ;-) Stattdessen habe ich Keller, Küche und Altglas nach passenden Gegenständen durchsucht, um die sich meine zurecht geschnittenen Zeitungspapierstreifen ebenfalls locker wickeln ließen.

Kleine Soßenflasche Cholula Hot Sauce
Kleine Soßenflasche
Cholula Hot Sauce

*

In die engere Auswahl kamen dabei:

  • ein schmales, hohes Pilsglas (Kölschglas)
  • diverse kleine Glasflaschen

Wichtig dabei ist eigentlich nur, dass der Körper gleichmäßig geformt ist und nicht nach oben hin schmaler oder breiter wird ... sonst klappt das nicht mit der Wickelei.

Der Durchmesser des Pilsglases war eigentlich schon perfekt, aber mir erschien das Glas dann doch zu filigran, um es mit dem darum gewickelten Papier kräftig auf dem Tisch festzustampfen.

Glücklicherweise befand sich zwischen meinem Altglas aber noch eine ausgesprochen stabile kleine Soßen-Flasche, die ungefähr den gleichen Durchmesser hatte wie das zuvor ausprobierte Pilsglas. Diese kleine Glasflasche erwies sich dann als perfektes Werkzeug zum Wickeln und Stampfen meiner Pflanztöpfchen.

Das Etikett der Flasche störte mein ästhetisches Empfinden, aber dieses Problem ließ sich schnell lösen. Dafür habe ich die Flasche einfach ein Weilchen unter Wasser im Spülbecken versenkt bis sich das Etikett relativ leicht von der Flasche löste. Die restlichen Kleberreste habe ich dann mit Hilfe von Bohnerwachs beseitigt - ein vorzügliches und kostengünstiges Mittel, um alle Arten von Kleberückständen zu entfernen.

Alte Zeitungen waren auch noch reichlich vorhanden, so dass ich umgehend mit der Pflanztopf-Produktion starten konnte. Nicht einmal eine Schere war als weiteres Werkzeug notwendig.


Bastel-Anleitung für die Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Zerreiße eine Zeitungsseite in drei in etwa gleich große Streifen. Das dünne Zeitungspapier lässt sich nach dem Falten ganz leicht an der Falzkante ohne Hilfsmittel in gerade Stücke reißen. Wenn du ganz hundertprozentig gleich große Pflanztöpfchen haben möchtest, kannst du zuvor mit einem Lineal aktiv werden. Ich für meinen Teil habe mich beim Falten der Zeitung einfach auf mein Augenmaß verlassen und fand es nicht dramatisch, wenn der ein oder andere Streifen dabei mal 1-2 cm größer ausfiel als der nächste ...

Nun wickelst du den Zeitungsstreifen möglichst gleichmäßig um das untere Ende der Flasche. Wichtig hierbei ist, dass du unten ein Stück Papier überstehen lässt, aus dem du um Anschluss den Boden des Pflanztopfes formen kannst. Hat das Formgefäß einen Durchmesser von ca. 5 cm, dann solltest du auch ungefähr 5 cm Papier überstehen lassen.

Nachdem du das Papier fertig aufgewickelt hast, faltest du das überstehende Papier zusammen, wobei du am besten erst das Stück mit dem losen flatternden Ende festdrückst. Dann stampfst du das Papier mit Hilfe der Flasche kräftig auf eine stabile Unterlage.

 

Anschließend drückst du die Glasflasche von unten mit einem Finger aus dem Papiertöpfchen heraus. Dadurch entsteht automatisch eine leicht nach innen gedrückte Bodenform, die dem Boden Halt gibt. Ggf. kannst du den Boden auch noch etwas nachformen, wenn er dir noch nicht gefällt.

Den oberen Papierrand knickst du zum Schluss ca. 1-2 cm nach innen, das verleiht dem kleinen Pflanztopf noch etwas mehr Stabilität.

Mit ein bisschen Übung und vielleicht 2-3 Fehlversuchen bekommst du ganz schnell ein Gefühl für die beste Technik beim Wickeln und Falten. Der Zeitaufwand hält sich dann mit nicht einmal einer Minute pro Pflanztopf absolut in Grenzen.

Meine Pflanztöpfchen stehen nun in 2 kleinen Minigewächshäusern und beherbergen Salatsamen, Tomatensamen, Schnittlauch und andere leckere Kräuterlein :-)




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Bücher-Quellen & Weiterführende Literatur



2 Kommentare zu diesem Artikel


Voodooschaaf schrieb am 27.02.2017 um 15:37 Uhr

Vielen herzlichen Dank fuer die Anleitung, ich wollte das schon so lange ausprobieren wusste aber nicht genau wie.
Jetzt kann ich endlich meine Anzuchtmaterialien preisguenstig halten. Und das falten dauert auch nur 30 Sekunden, das ist echt klasse.

Es gruesst ganz brav das Schaaf


Sabine schrieb am 04.05.2016 um 00:30 Uhr

Vielen Dank für diesen tollen Tipp- so kann ich das Gartenbudget klein halten und die Zeitung wird auch noch weiterverwendet!



Tonia Tünnissen-Hendricks
Tonia ... unterwegs im Garten :-)

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